Fall aus der Praxis 04 · Wien 3. nach Wien 18., Währing
180 kg Klavier über 60 Gartenstufen
Ein Petrof, rund 180 Kilo schwer. In Wien 3. stand es ebenerdig im Erdgeschoß, keine einzige Stufe bis zum Wagen. Hinauf ging es zu einem Haus am Hang am Schafberg im Achtzehnten: über 60 Gartenstufen im Freien, kein Lift, kein Kran, ein einziger Weg nach oben, und der war nass. Die Familie übersiedelt wegen der Luft. 350 Euro inklusive Mehrwertsteuer, 20 Minuten für die Stufen, am 21. Oktober 2025.
▶Video: MK Klavier Art, Wien 18., Währing, Oktober 2025
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Der Anruf
Im Dritten steht ein Klavier im Erdgeschoß. Von der Wohnung bis zum Wagen: keine einzige Stufe, kein Türstock, nichts. Die Familie übersiedelt, nicht weil die Wohnung zu klein ist, sondern wegen der Luft. Hinauf an den Schafberg, dorthin, wo das dichte Wien aufhört und das Grüne anfängt.
Nur ist das neue Zuhause genau das Gegenteil vom alten: ein Haus am Hang, und von der Straße bis zur Haustür geht es durch einen Garten, der steigt. Bei so einer Stiege ist die erste Frage meistens nicht, was es kostet. Die erste Frage ist, ob es überhaupt geht.
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Über 60 Stufen, ein Weg
Auf den Fotos wird gezählt, bevor eine Zahl gesagt wird. Hier kamen über 60 Stufen heraus. Beton, unterschiedlich hoch, an den Kanten stellenweise ausgebrochen, dazwischen schmale Podeste. Seitlich läuft ein grünes Rohrgeländer mit, hoch genug für einen Menschen, der alleine hinaufgeht, aber nicht für zwei, die 180 Kilo zwischen sich tragen.
Der Efeu ist hereingewachsen und nimmt von jeder Stufe eine Handbreit. Ein zweiter Weg nach oben existiert nicht. Und für einen Kran gibt es keinen Platz, weil über dem Garten keine Straße liegt, sondern der Hang.
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Der Tag
21. Oktober, nach Regen. Das nasse Laub liegt auf dem Beton und rutscht unter der Sohle, und der nasse Beton darunter rutscht auch. Genau hier gehen solche Transporte schief, und genau deshalb wurde der Tag nicht auf trockeneres Wetter verschoben. Verschoben wurde das Tempo, nicht der Termin.
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Zwanzig Minuten nach oben
Das Klavier wird eingepackt und geht auf Tragegurten, auf zwei Paar Händen. Der dritte Mann ist kein Zuschauer. Er geht voraus, sieht die Stufe, bevor der Träger sie betritt, und sagt an, was kommt. Zwischen den Stufen wird stehen geblieben, nicht zum Ausrasten, sondern um den Griff für die nächste neu zu setzen.
So sind 60 Stufen nicht sechzig Mal dieselbe Bewegung, sondern sechzig einzelne Entscheidungen. Die letzten Meter über die großen Steinplatten oben sind die heikelsten, weil die Stufen aus sind und der Körper fertig werden will. Nach 20 Minuten steht das Klavier an seinem Platz.
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Oben
Kein Kratzer am Gehäuse, keine Spur an der Wand, nichts an den Stufen. Der Kunde hat es angeschaut, hat Bravo gesagt und gute Arbeit, und hat den Burschen ein Trinkgeld gegeben. Ein Trinkgeld nach einem Transport gibt niemand aus Pflicht.
Bilanz
Was ich dir zu 60 Gartenstufen mitgeben will
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Schwer war an diesem Transport nicht das Gewicht. 180 Kilo sind für ein Klavier normal und werden von zwei Leuten getragen, die wissen, wie. Schwer war, dass es keine Wahl gab: ein Weg nach oben, nass, schmal, und nichts, was man umgehen kann.
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Deshalb ist der Preis nicht aus einer Tabelle gekommen, sondern von den Fotos. Im Stiegenhaus zählt man Stockwerke und rechnet sie. Eine Gartenstiege im Freien ist kein Stockwerk und steht in keiner Tabelle. So etwas wird vorher auf Fotos gemessen, und genau das machen wir, bevor wir eine Zahl sagen.
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Und das Dritte bleibt: Die Zeit, die man spart, spart man nicht oben auf den Stufen, sondern unten, bevor es losgeht. 20 Minuten bei über 60 Stufen gehen sich nur aus, weil vorher feststeht, wer wo steht, wo stehen geblieben wird und wer ansagt.
Was der Kunde zu den 60 Gartenstufen gefragt hat
Was kostet es, ein Klavier über eine Gartenstiege hinaufzutragen?
In diesem Fall 350 Euro inklusive Mehrwertsteuer, für ein Klavier mit rund 180 Kilo, vom Erdgeschoß im Dritten hinauf zu einem Haus am Hang im Achtzehnten, über mehr als 60 Stufen. Der Fixpreis stand nach den Fotos fest, bevor wir losgefahren sind.
Warum zählt ihr hier keine Stockwerke, sondern Stufen?
Weil eine Gartenstiege kein Stockwerk ist. Ein Stockwerk im Haus hat eine bekannte Höhe und ein bekanntes Podest. Eine Stiege im Garten ist auf jedem Grundstück anders, deshalb wird sie auf Fotos gezählt und einzeln gerechnet.
Wie lange dauert so ein Transport?
Die Stufen selbst haben 20 Minuten gedauert. Der ganze Transport, vom Verladen unten bis zum Klavier an seinem Platz oben, hat rund eineinhalb Stunden gedauert.
Wie viele Leute braucht man dafür?
Drei. Zwei tragen, der dritte geht voraus, sieht die Stufe vor dem Träger und sagt an, was kommt. Ohne den Dritten werden aus 20 Minuten mehr, und das Risiko steigt mit.
Und wenn es regnet?
Dann wird nicht verschoben, sondern das Tempo geändert. Nasser Beton mit Laub darauf ist das Rutschigste, was es gibt, also werden die Schritte kürzer und die Pausen häufiger.
Geht das nicht mit einem Kran?
Hier nicht. Ein Kran braucht eine Straße, auf der er stehen kann, und eine freie Linie bis zum Fenster. Über diesem Garten liegt keine Straße, sondern der Hang.
Schick uns Fotos vom Instrument und vom Weg zur Haustür
Du bekommst in 60 Minuten einen Fixpreis.
Diese Fotos helfen unsKlavier von vorne und von der Seite, die Stiege von unten und von oben, die Haustür, und die Stelle, wo der Wagen stehen kann.
Wir tragen Klaviere und Flügel in allen 23 Wiener Bezirken, im Altbau mit enger Stiege genauso wie am Hang mit Gartenstufen. Ob das Instrument übersiedelt, verkauft oder entsorgt wird: den Weg planen wir vorher anhand deiner Fotos, damit am Tag selbst nichts improvisiert werden muss.
Für schwere Instrumente über 400 Kilo, enge Wendeltreppen und Transporte durchs Fenster arbeiten wir mit Treppenraupe und Kran. Welcher Versicherungsschutz für dein Instrument möglich ist, prüfen wir für dich; für Schäden am Stiegenhaus haftet unsere Betriebshaftpflicht.
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